Warum ist der dritte Teil so schwer?

Ich habe mich ein wenig gequält in letzter Zeit. Ich schreibe und schreibe, jaja, aber ich habe immer dieses Gefühl im Bauch: es ist Mist. Warum? Ich fing erst an, an der Sache selbst herumzudoktern. Wo funktioniert die Geschichte nicht? Was stört mich daran?

Aber die Antwort ist schlicht und doch komplex: ich funktioniere nicht. Ich habe an einem gewissen Punkt aufgehört in der Geschichte zu leben. Ich mochte sie alle immer noch, meine netten Figuren, und ich habe sie tanzen lassen, aber ich habe sie nicht mehr geatmet und nicht mehr mit ihnen geträumt. Ich habe sie vor lauter Dingen, die passierten, nicht mehr essen und schlafen lassen. Und das gehört für mich dazu.

Nein, ich muss nicht darüber schreiben, wie sie essen und schlafen, obwohl ich das gerne tue. Es geht darum, dass jeder Charakter mit einer Stimme spricht, die nur ihm allein gehört. Erst dann erwacht er zum Leben mit all seinen Bedürfnissen, Hoffnungen und Ängsten. Und ich hörte diese Stimme nicht mehr.

Es ist also nichts an meiner Geschichte falsch, ich werde sie nicht andern müssen (Puh!). Aber ich werde in die Charaktere reinhören müssen, wie sie wirklich in bestimmten Situationen reagieren, und dann einige Passagen umschreiben.

Als ich das erkannte, schrien sie plötzlich alle durcheinander. Ich musste sie erst sortieren, jeder brauchte Redezeit. Ich habe nachts wachgelegen und mit ihnen diskutiert. Ich dachte sogar, ich müsste einen von ihnen töten. Aber jetzt ist es alles deutlicher geworden. Und jetzt habe ich wieder Lust zu schreiben.

Also tschüss, ich bin dann mal weg.

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