Zwischen den Welten

Ich war das ganze lange Wochenende auf dem Spaceritter-Festival in Oberhausen. Es war wunderbar, das Amt ist so eine tolle Kulisse, meine Mitstreiter sind großartige Menschen und ich habe wiederum viele neue tolle Leute kennengelernt. Und nächstes Wochenende reite ich Richtung Frankfurt: nein, nicht zur Buchmesse (warum auch?). Ich geh zur BuCon. Und dazwischen? Sitzt man und versucht, sich zu sortieren. Die Eindrücke zu verarbeiten, die mails zu beantworten, die Bücher zu zählen, die man verkauft hat und die, die man noch hat ... und Wäsche zu waschen und ... ach, das will doch keiner wissen.

Aber das ist für mich eine der Schwierigkeiten ... diese Diskrepanz zwischen dem Auftreten auf so einer Veranstaltung und der harten Realität. Ist das der Grund, warum Stars so abdrehen? Ja, das Auftreten in der Öffentlichkeit ist eine Droge, und der plötzliche Entzug an Aufmerksamkeit ist mit der Ersatzdroge Facebook nicht aufzufangen. Und dann holt einen der Alltag ein ... Aber wisst ihr was? Ich finds trotzdem toll. Ich finds toll mich zu spüren und zu empfinden, die Stimmungen, die Spannungen, die Erwartungen und die Realitäten. Nur aus diesem Spannungsunterschied kann die Dynamik entstehen, die mein Leben und Schaffen vorwärtstreiben. Ich freu mich über jeden den ich treffe, und auch über die seltsamsten Wesen (und damit meine ich nicht unbedingt die, die sich in ein Alien-Kostüm zwängen).

Wie ich schon dem Tom Daut sagte, der auch dort war: obwohl so viele von den Anwesenden Ausstellern mit Waffen herumliefen und pseudo-militärische Irrealitäten nachstellten, waren es alles Menschen, die das aus Leidenschaft taten. Aus Freude am Sein, am Darstellen, und daran, andere mit ihrer Lust am Leben anzustecken. Und dass sind keine Leute, die Böses planen, die verletzen oder zerstören wollen. Die (und ich) wollen einfach nur Spass haben. Und damit schaffen wir in dieser kleinen Blase zwischen den Welten eine bessere - eine friedliche.

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Montag, 06 Oktober 2014 12:25)

    Klingt ganz nach dem Gefühlsgemenge, das mich befällt, wenn in meinem Autorenleben gerade ganz viel los war und dann Pause ist und etwas Tolles kurz bevorsteht. Wenn die Gedanken zwischen Realität und Fiktion hin und her schwirren und manchmal die Grenzen verwischen ... Aber das macht uns aus! Um so besser, wenn man diese Gedankenspiele ganz real mit anderen teilen kann. Ganz wie du schreibst: Diese Fantasie, diese Dynamik fließt direkt in einen neuen Text - ohne geht's nicht :))

    Viel Spaß auf der BuCon!