Mann, Mann, Mann .... Frau?

Es treibt mich um und um. Nicht das erste Mal, aber diesmal so, dass ich etwas dazu sagen will:

Es geht um Gender, Frauen und Männer, Gleichberechtigung und ... Herrgott, worum geht es eigentlich?

Ich hab immer ein Riesenproblem mit der Sache. Ich weiß, dass Frauen und Männer nicht gleichberechtigt sind. Ich weiß das so, wie jeder intelligente Mensch das tut. JEDER, ob Mann oder Frau.

Ich will hier nicht darüber sprechen, was und wie. Das wissen wir alle, wir können zig Beispiele dafür nennen, ob wir sie nun selbst erlebt haben, oder nur vom Hörensagen.

Ich will darüber sprechen, warum mich das manchmal massiv ärgert und manchmal nicht.

 

Männer sind nicht gleich Frauen. Daher finde ich das Konzept von Gleichberechtigung dämlich. Warum soll man zwanghaft etwas gleich behandeln, was nicht gleich ist? Warum nutzen wir nicht stattdessen die Stärken des jeweiligen Geschlechts? Nein, das wäre ja clever, das können wir von Menschen nicht erwarten.


Aber: die Leistungen von Männern und Frauen sollten auf die gleiche Art und Weise gewürdigt werden. Und zwar unabhängig vom Geschlecht. Damit meine ich: wenn ein Mann und eine Frau das gleiche Ding machen, dann soll der "Bessere" die Anerkennung bekommen. Und zwar echt wurscht, ob er ein Mann oder eine Frau ist.

Wie man das misst? Na, das hängt ja von dem ab, was man tut. Das kann man doch nicht über einen Kamm scheren! Es ist doch etwas anderes, ob es um Sport geht oder um Kunst.

Und ganz neutral betrachtet, ist es doch wirklich egal, dass es höchst wahrscheinlich ein Mann ist, der der beste Gewichtheber der Welt sein wird (mir zumindest). Prima, denk ich, dann sollen Männer bitte die Gewichte heben, das können sie offenbar gut (schaut übrigens mal Paar an, die vom Einkaufen kommen. Die Frauen tragen meist mehr).

Also, Männer, Glückwunsch zum Preis im Gewichtheben.

Jetzt ärgern sich sicher schon einige und denken: worauf läuft das hier hinaus?

Es geht mir darum, dass es immer eine Frage des Maßstabes ist. Und dessen, was man damit beweisen will. Und dass "Besser" sein manchmal echt ... witzlos ist.

 

Ich hab heute einen Artikel gelesen (klicke hier um ihn auch zu lesen). Und ich hab mich echt geärgert. Eine Frau schreibt etwas über die Unterrepräsentation von von Frauen geschriebenen Büchern beim Buchpreis und wird dafür übel beschimpft. Männer behaupten, dass Frauen da total gleichbehandelt werden. Werden sie nicht. 

Wieder frage ich mich aber: müssen sie das? Sollen sie das? Wollen sie das?

Ich will das nicht.

Jetzt wirds hier haltlos, weil ich nur über mich rede. Ich werde nicht über Zahlen sprechen, und darüber, dass ich glaube, dass alles stimmt, was die Autorin dort schreibt, sondern darüber, wie ich das sehe.

Ich will gar nicht mit Männern verglichen werden. Ich will weibliche Bücher schreiben und zeigen, dass man damit beide Geschlechter gut unterhalten kann. Wenn man auf Menschen trifft, die beides unterhaltsam finden können: die weibliche und die männliche Sicht auf die Dinge.

Und genauso will ich das gewertet sehen. Ja, ich will keine genderneutrale Bewertung, weil ich stolz darauf bin, als Frau zu schreiben. Ich will mit meiner vollen Identität bewertet werden. Weil ich stolz darauf bin.

Ich bin mir bewusst, dass das schwierig für viele ist, und dass die Welt noch nicht so weit ist. Es ist so, dass Texte und Arbeiten von Frauen kritischer und schlechter bewertet werden: von Männern und Frauen (blöd, was?)(ja, Frauen sind gegenüber Frauen auch sehr gnadenlos). Es ist so, dass die Maßstäbe noch nicht stimmen. Es ist so, dass Frauen damit leben täglich entwürdigt, entmündigt und für blöd verkauft zu werden. Und das ist noch harmlos ausgedrückt (weil eine ganze Menge schlimmere Dinge mit Frauen geschehen). 

Es ist so, weil Frauen als das schwache Geschlecht bezeichnet und behandelt werden, weil in dieser Welt die männlichen Eigenschaften besser bewertet werden und Männer diese Überlegenheit ausnutzen. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Klar gibt es viele Männer, die das nicht tun, und viele Frauen, die wiederum ihr Geschlecht zur Manipulation ausnutzen. Ja ja ja. Wir sind noch nicht so weit. Wir glauben, dass es wichtig ist BESSER zu sein. Wir sind nicht kooperativ. Statt gemeinsam an der Verbesserung der Welt zu arbeiten, arbeiten wir hart daran, uns ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzuschneiden. Und da sind sie sich alle gleich.


ICH bin eine Frau, Ich vergesse das oft, und habe meist das Glück, dass die Männer um mich herum mich ernst nehmen. Vielleicht, weil ich sie ernst nehme, mich aber als Frau wie eine verhalte, ohne mich unterzuordnen. Weil ich es toll finde, wenn Kerle die schweren Arbeiten machen, weil ich mir keinen Zacken aus der Krone breche, wenn ich Frauendinge mache. Weil ich manchmal Frauenklamotten anziehe und es toll finde, und manchmal lauf ich wie ein Kerl rum (obwohl die Kerlssachen nicht gut passen ... da haben wir es wieder, wir sind eben nicht gleich ....). 

Ich kann beides: Country und Western. Und eine Gitarre ist kein Banjo. Mann, mann ... Frau.

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