Gefäße.

In mir drin ist ein Gefäß. Es ist nicht jeden Tag das Gleiche. Und es ist nicht jeden Tag voll. Das wäre schön. Es ist das Gefäß meiner Energie, meiner Lebenskraft, meines Chi, oder was auch immer man dazu sagen will.

 

Über den Tag wird das Gefäß oft leerer. Es passiert so viel, was Kraft kostet. Man gibt Mitleid aus. Man schenkt jemand anderem Aufmerksamkeit. Man ist auf einem beschwerlichen Weg. Man wird verletzt und muss heilen. Man ist entsetzt und muss Dinge verarbeiten.

 

Manche Tage wird es auch voller. Dann schäumt man über und egal was passiert, man hat immer noch mehr und mehr zu geben. Man bekommt auch etwas. Andere schenken einem Freude und Lob.

 

Ich versuche mir dessen bewusst zu sein. Das ist mir meine Gesundheit wert, denn ich merke, wenn ich mit dem Inhalt meines Gefäßes nicht haushalte, dann werde ich krank. Im psychischen wie im physischen Sinn.

 

Ich versuche mir auch dessen bewusst zu sein, mit was ich das Gefäß fülle. Ich will all die leckeren Dinge, manchmal süß, manchmal sauer, fruchtig, gehaltvoll, spritzig und auch schon mal bitter. Bei mir macht es die Mischung. Andere wollen nur Wasser. Oder sie glauben, ihre Gefäße mit Drogen und Alkohol gut füllen zu können. Aber das ist ein Irrtum.

 

Die Wasserleute sind anstrengend. Sie versuchen Reinheit zu erreichen. Sie sind oft dogmatisch und glauben, der Weisheit letzter Schluss zu sein. Dabei ist es glaube ich sehr anstrengend, das Wasser rein zu halten: ein winziges bisschen Fremdes und ... schwupps .. .ist die Reinheit dahin.

 

Es ist möglich, dass Menschen sich gegenseitig ihre Gefäße befüllen: das ist gut und das sind gesunde Beziehungen. Wenn man spürt, dass einem etwas unnötig viel Füllung raubt, dann sollte man aufpassen. Natürlich kann man auch schlechte unausbalancierte Beziehungen retten, aber es kostet Arbeit. Die muss man investieren, wenn man denkt, dass es die Beziehung wert ist.

Letztlich ist es immer eine Entscheidung, wie man mit seiner Kraft haushaltet. Was will ich erreichen, wo will ich hin, welchen Einsatz bin ich dafür bereit zu leisten.

 

Manche Tage kommt mir mein selbstgewählter Weg unverschämt schwer vor. Blöde Steine und keine tolle Aussicht. Aber ... es ist mein Weg, und wenn ich zurückschaue, dann bin ich schon so weit gekommen. Umdrehen ist nicht. Wer mich begleitet ist gerne eingeladen, von meinem Gefäß etwas zu bekommen. Ich hab ne bunte Mischung zu bieten.

Was bietest du?

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Kommentare: 1
  • #1

    anonym (Donnerstag, 25 Februar 2016 11:28)

    Hallo liebe Anja,

    ein schöner spiritueller Beitrag.
    Da ich bei amazon Dein Geburtsdatum gefunden habe und mich mit Astrologie beschäftige, fällt mir zu dem Thema noch Folgendes ein.
    Du hast die Venus im Krebs und den Mars in der Waage.
    Die Waage steht für Gerechtigkeit und so dürfte Dir bei Deinem Vorgehen auch wichtig sein, dass die Ergebnisse der Gefässe im Austausch miteinander für beide hernach zufriedenstellend sind.
    Einer Frau mit Krebsvenus liegt die mütterlich-familiäre-kindliche Versorgung am Herzen. Das ist eine weiche Stellung und sollte nicht ausgebeutet werden. Also das eigene Herzchen vor übertriebenen Geberlaune auch schon mal schützen, damit die Qualität oben bleibt. Dann schwankt der Waagemars auch nicht so stark, wenn der eigene Topf nicht in Unterversorgung gerät.
    Das ist mein Beitrag für die tollen Geschichten von Dir und die moderaten Preise.

    Lieben Dank!