Ich wundere mich.

Eigentlich wundere ich mich nicht nur, ich bin wütend und sauer. Und ich möchte das ausdrücken. Aber eigentlich möchte ich einen Riesenhammer und dann gib ihm, immer druff auf die Kasperköpfe, die immer nur dann auftauchen, wenn ich was zum Thema Lektorat sage.

Was macht ihr eigentlich noch in meiner Timeline? Wir haben doch schon festgestellt, dass wir nicht zueinander passen? Wir haben unterschiedliche Ziele und Werte. Unsere Wege kreuzen sich zwar ab und zu, aber das reicht auch.

Was soll das also? Ich stichele euch an und ihr bellt zurück. Jedesmal. Warum? Ihr seid doch die, mit den ganzseitigen Anzeigen in Hochglanzblättchen. Die, die Werbeetats bekommen und Hotelzimmer und Minibars. Die mit Zimmerservice! Was interessiert es euch, was ich sage?

 

Mich beschleicht der Verdacht, ihr denkt, nur, weil ich viel sage und überall bin, wäre ich erfolgreich. Lächerlich. Ich verkaufe im Monat so viel Bücher wie ihr an einem Tag!

 

Wahrscheinlich gefällt es euch genau deshalb nicht, dass ich in euren Wäldern wildere. Es sind eure Wälder. Und man darf nur drin sein, wenn man die Riten durchgemacht hat. Agentensuche, Verlagsabsagen, überteuerte Schreibseminare ... schlimme Verlagscover, Ärger mit Lektoren ... dann bringt man Bücher raus, macht sofort einen auf Lehrer und sagt anderen, wie sie zu schreiben haben. Und was sie gefälligst zu tun haben, um RICHTIGE Autoren zu sein.

 

Das macht mich fuchsteufelswild. Und wisst ihr warum? Vor allem, weil ihr vermutlich nicht ein Wort von dem gelesen habt, was ich geschrieben habe. Nicht in diesem Internet, nein, in meinen Büchern. Ihr urteilt über mich als Mensch, nicht als Autorin.

 

Ich habe eure Bücher gelesen. Nicht alle fertig, denn ... manche sind leider gähnend langweilig. Ich sag nichts dazu. Ich rezensiere das nicht, obwohl mir zu manchen recht viel einfallen würde. Kein Spannungsbogen, mangelnde Charakterisierungen, ausufernde Beschreibungen, Infodumps, Wortwiederholungen etc.. Nee, ich versuchte sogar, das gut zu finden, wenn ich den Autor dahinter gut fand. Ich hab auf Facebook geteilt, was das Zeug hält und geliked und überhaupt.

 

Ich hab auch nichts mehr dazu gesagt, dass der Verein, der die Phantastik aus dem Kämmerchen holen will, plötzlich der Retter der Literatur sein will und Höhenflüge hat, die Weltherrschaftswillen nahelegen. Ja, macht! Es läuft doch gut für euch? Warum also immer wieder dieses Gegeifere?

 

Achso, weil ich auch nicht aufhöre, gegen euch zu sticheln? Nee, stimmt. Werd ich auch nicht. Weil es mir wichtig ist, ich sein zu dürfen. So bin ich, ich Idiot. Ich Unangepasste. Ja, ich gestehe, ich hätte gerne zu euch gehört. Zum Etablissement. Aber ich hab gemerkt, dass es nicht so ist. Und was jetzt? Schleichen wir umeinander herum, schauen uns nicht in die Augen und beharken uns im Internet. 

 

Ich glaube immer noch, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Dass es keine richtigen oder falschen Weg gibt. Ich bin nicht euer Feind. Das Business ist hart und wenn man glaubt, dass die Selfpublisher es schlimmer gemacht haben, dann verschanzt man sich zu sehr auf einem Level, welches in ein paar Jahren nicht mehr existieren wird.

Die Selfpublisher werden nicht verschwinden, nur weil man sie nicht gut findet. Und sie werden weiterhin Bücher ohne Lektorat herausbringen. Und es werden furchtbare Bücher drunter sein, grottige und nutzlose. Aber es werden auch wunderbare Bücher drunter sein. Und gut geschriebene und mit wenig Fehlern.

 

Alles ändert sich, aber Ausgrenzung war noch nie ein Weg. Ich spreche immer nur für mich. Ich brauche immer noch nicht zwingend ein Lektorat. Ich bin manchmal froh, wenn ich eins bekomme, manchmal nicht. Ich mach manche Sachen allein, andere mit Verlag. Ich mach ganz viel mit Leuten, ich mag Teams. Aber ich mag mich nicht verbiegen, um dazu zu gehören.

 

Daher meine Bitte: Entfreudet mich doch. Warum ich euch nicht entfreunde? Weil ich eigentlich gerne reden würde. Aber das, was bisher lief, nichts gebracht hat. Der Verein hat keine weiteren Anstalten gemacht, über das Thema Selfpublisher nachzudenken. Zumindest nicht öffentlich. Auf der Buchmesse wurde ich gefragt, ob ich denn meinen Büchern keine ISBN verpassen könnte. Erstens haben viele meiner Bücher eine, und zweitens: was nutzt sie mir, diese Nummer? Die Frage allein zeigt aber, worum es geht: möchte ich dazu gehören, muss ich euer Lied singen und: man hat mich nicht recherchiert. (Ich tue das übrigens, wenn mich jemand interessiert.)

 

Ich möchte aber integriert werden. Und zwar so, wie ich bin. Ich möchte nicht "nur" als Verlagsautor mitmachen dürfen und ich möchte, dass über die speziellen Bedürfnisse von Selfpublishern gesprochen wird.

Und wenn das nicht geht, dann möchte ich sagen dürfen, dass ich das doof finde. So wie ich es doof finde, wenn Integration auch anderswo nicht klappt. Weil es zu kompliziert ist und sich "keiner damit auskennt." 

 

Und wenn ihr mich dann doof findet, dann entfreundet mich bitte. Mit allen anderen bleibe ich gerne in Diskussion.

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Diandra (Dienstag, 14 Juni 2016)

    Ick hör dir, ick hör dir ... neulich habe ich in einem Schreibkurs-Forum mal die Bilanz aufgemacht, wieviel Schreib- und Werbe-Arbeit hinter so einem Self-Publishing-Titel steckt, was man alles machen KÖNNTE und SOLLTE und welche Schritte alle zur Qualitätssicherung ergriffen werden, wenn man sich keine externen Dienstleister leistet ... die meisten waren richtig überrascht, dass die Arbeit, die in dem Fall nicht ein Verlag leistet, trotzdem gemacht wird. Und oft sogar richtig gut. Einige aus dem Kurs rümpfen verächtlich die Nase über alle, die nicht wie sie auf Verlagssuche gehen, andere sind entmutigt, wenn sie den Berg an Arbeit sehen ... wieder andere haben sich über die Info aber auch richtig gefreut und einiges an Inspiration mitgenommen.

    Dieses ganze "Ihr" gegen "Uns" verstehe ich sowieso nicht ... es gibt gute und schlechte Autoren, es gibt gute und schlechte Verlage, und solange jeder sein Bestes gibt, ein wenig dazulernt und sich bemüht, kann das Leben doch eigentlich nicht so schlecht sein - oder? Oder?

    Und zu guter Letzt einmal frei umformuliert ein Rat an die elitären Verlagsautoren (und nur an die natürlich): Wenn ein Selfpublisher ohne professionelles Cover, ohne Lektorat, Korrektorat und ohne Werbe-Etat euch die Leser wegnehmen kann - vielleicht sind eure Bücher dann einfach nicht gut? ^^

  • #2

    Martin (Dienstag, 14 Juni 2016 11:21)

    Ich glaube, Du meinst "Establishment", nicht "Etablissement", oder?

  • #3

    Anja (Dienstag, 14 Juni 2016 11:30)

    Ja ... ich dachte, ich hätte es geändert :) aber jetzt ...

  • #4

    Sylvia Rieß (Dienstag, 14 Juni 2016 13:58)

    Ach deswegen die schlechte Laune? Wegen den eingebildeten Käsköppen, die glauben, nur weil ihr miserabler Wortsalat ein massentaugliches Hochglanzcover hat und fehrlefreierer ist als villeicht ein selbstlektoriertes Buch, dass sie deswegen beserere Autoren sind als wie du, - wegen denen lässt du dir den Tag vermiesen?
    Anja, ich mag dir sagen du bist toll. Du schwimmst gegen den Strom, der Mainstream ist nicht dein Fahrwasser. Find ich super. Du bist in dieser Hinsicht ein großes Vorbild für mich und jetzt lass sie doch einfach reden. Sie lassen es ja ohnehin nicht. Genauso wenig wie das Schreiben. Viele sind auch intellektuel gar nicht in der Lage zu erkennen, was einen Titel wie deinen von ihren abhebt. Aber du weißt ja selig sind die ... Usw. ;) Kotz dich ruhig aus, aber lass es nicht so an dich ran.

  • #5

    Anna (Dienstag, 21 Juni 2016 22:19)

    Ha! Genau das habe ich auch gedacht, als ich von der Gründung jenes Vereins las. Zuerst hab ich mich gefreut und dachte, hurra, das wird bestimmt spannend und da kann man sich prima gegenseitig unterstützen und Tipps holen / geben... und dann die Ernüchterung: Mitglieder aber bitte nur die, die eh eigentlich keinen Verein mehr brauchen.
    Nach kurzer Enttäuschung kam dann aber schnell das Kopfschütteln: es ist ein bisschen, als ob sich die Mit-der-Feder-Schreiber in einen Elfenbeinturm einsperren, weil die Welt mittlerweile mit Computern schreibt. Es ist eben wie Du sagst, Selfpublisher sind da und haben sogar richtig Erfolg, und nein, das wird auch nicht weggehen wenn man sich die Augen zuhält und ein Ghetto gründet. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wo das Problem liegt. Wenn mich eine Geschichte interessiert, dann lese ich sie, ob sie nun ein paar Euro mehr oder weniger kostet, ein schickes Cover hat oder ein Strichmännchen vorne drauf. Gerade Fantasy-Leser brauchen meiner Erfahrung nach viel (viel!!) Stoff. Ich denke, da ist noch Luft und Platz für Elfenbeintürmer und (Selfpublish-)Bücherstürmer gleichermassen.

  • #6

    sarahwilliams@gmail.com (Donnerstag, 15 März 2018 12:21)



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