Home Office

Home office ist was Feines. Aber nur, wenn man sich organisieren kann. Was ist das Zauberwort? Disziplin. Ach quatsch: Fleiß. Schnell sein. Schnell hin, schnell weggeräumt. Schnell gedruckt, schnell verpackt, schnell geschrieben. Schnell gekocht, schnell aufgeräumt. Am besten aufräumen während des Telefonierens. Schnell mails geschrieben, schnell noch was am Roman gezaddelt. Wäsche ist fertig, aufhängen, Kaffee machen, schnell ne pn beantworten (oder zwei oder drei).

Paket kommt, auspacken, versuchen wegzuräumen. Der Platz wird eng in einem Haus, welches schon normalerweise für 3 Personen zu klein ist. Und dann noch ein business mit drin? Wir platzen aus allen Nähten. Waren stehen die Treppe hoch, eigene Druckerzeugnisse verdrängen früher mal gelesene Bücher, früher mal, als ich noch Zeit hatte, zu lesen. Luxus.

Zuviel Facebook, ja sicher. Während ich schreibe (immer mal zwischendurch) mach ich auch noch das Cover. Ach und ich muss in jeder meiner drölfzig Gruppen noch was posten. 

Planungen: nicht nur Material will für die kommenden Veranstaltungen gebunkert werden, nein, sie müssen organisiert werden: ab wann hab ich das Auto, Hotel buchen. Wer passt auf den Hund auf, wenn mein Mann mitgeht? Sind noch genug Flyer da? Lebenslauf und Bild zum x-ten Mal an Veranstalter schicken. 

Neue Visitenkarten, Klamotten und wo bitte kaufe ich Elan und Schwung?

Schnell drucke ich noch was, mein Schneidplotter schneidplottet, Tassen werden beklebt, Ketten werden gedengelt und Glanzbildchen von Hand geglanzt und ausgeschnitten.

Werden die Leute all das kaufen? Und welchen Preis zahlen sie? Lohnt sich das alles?

Ich weiß es manchmal nicht. Aber meistens macht es mir genug Spaß, um es zu tun. Und so lange meine Familie das mitmacht ... lebe ich meinen Traum. 

Und wenn das Finanzamt dann irgendwann sagt: das ist aber Liebhaberei, liebe Frau Bagus, dann ... leck mich am Poppes, dann verkauf ich halt Brötchen, kann wieder meine Treppe hochgehen, lese nur noch aus Spaß und rede mit mir selbst und meinen Viechern, statt mit facebook. Wird sich zeigen.

Jetzt erst mal Kaffee.

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Kommentare: 1
  • #1

    Diandra (Dienstag, 11 April 2017 14:18)

    Jaaa, das "nur mal eben schnell" - der Feind aller Leute, die zu Hause arbeiten. Wenn ich mir nicht feste Zeitkontingente nehme, funktioniert das alles nicht. Und manchmal träume ich von einer Schreibhütte am anderen Ende des imaginären Gartens, ohne Telefon, aber mit einer Bärenfalle vor der Tür. ^^