Nur Schreiben.

Ist nicht genug.

 

 

Hier fünf Dinge, die ich in fünf Jahren gelernt habe.

 

1. Schreib.

Andauernd, jeden Tag, viel. Ansonsten ist alles was du denkst und willst Unsinn. Denn: kein Pullover ohne Wolle, kein Haus ohne Steine, kein Buch ohne Worte.

Während du schreibst, denke nicht. Wenn du nicht schreibst, denke. Denk darüber nach, was du willst. Willst du nur schreiben? Dann tu das. Willst du schreiben und Geld verdienen? Dann denk darüber nach, wie du das hinbekommst. Schau, wie es die anderen machen. 

Geh in Gruppen und lerne. Und dann: geh wieder raus aus den Gruppen. Und mach dein Ding. Niemand macht es für dich. Niemand wird dich aus dem Nichts heraus entdecken. Du musst machen. 

Kläre deine Ansprüche. Folge ihnen. 

Hör auf dich und deine Stimme. Denn das ist es, was die Leute wollen. Leser wollen eine Stimme hören. Sie wollen nicht hören, was du von jemandem gelernt hast, sondern sie wollen dich hören. Wenn sie Tolkien lesen wollten, würden sie Tolkien lesen. Also schreib nicht wie irgendwer, schreib, wie du möchtest.

 

2. Löse dich von dem Literaturbetrieb.

Andere Autoren sind nett. Sie haben die gleichen Probleme wie du. Sie leiden wie du. Sie helfen dir. Falsch. Wähle deine Freunde weise.

Verlage sind nett. Falsch. Nur manche. Wähle weise.

Autorengruppen sind toll. Falsch. Sie sagen dir nur, was du zu tun hast. Autoren, die in Autorengruppen rumhängen, schreiben nicht. Sie labern da rum. Die, die schreiben, labern nicht in Autorengruppen rum. Wähle auch deine Gruppen weise.

 

3. Biete mehr als nur ein Buch. Biete eine Welt.

Wir müssen mit so vielen Dingen konkurrieren. Es ist viel leichter, sich bei Netflix ne neue Serie runterzuladen und 8 Stunden am Stück zu schauen. Es ist nicht  wie früher, wo man Mittags vielleicht mal "FalconCrest" geschaut hat und abends den Film um 20.15 Uhr. Fernsehen wann man will, wie lange man will.

Bücher lesen ist anstrengender. Gib den Lesern einen Grund, deine Bücher zu lesen.

 

4. Hör auf deinen Bauch.

15 Jahre Rechte abgeben mach Bauchaua? Frag nach. 7 Jahre .. ok - nicht super, aber ok.

Das Probelektorat macht Bauchaua? Denk dran, das ist zur Probe, eine Probearbeit soll glänzen, und ist oft besser, als später. Ist es also jetzt schon schlecht, wird es noch schlechter. Lass es.

Du wirst nicht ernst genommen, hast aber einen Vertrag? Mach Dienst nach Vorschrift. Irgendwann sind die 7 Jahre vorbei.

Du wirst erst genommen, aber es ist nicht der renommierte Publikumsverlag? Du kannst dich aber wunderbar mit dem Verleger unterhalten, ihr seid euch einig, er kommt dir entgegen? Hau rein! Sag ja!

Alles, was wenig Arbeit macht: sag ja!

Alles was viel Arbeit macht: sag: wie viel? Und zwar nicht: wie viel Arbeit wird das machen, sondern: Wie viel bekomme ich dafür?

Arbeite nur mit Menschen, bei denen das Geben und Nehmen stimmt. Stimmt es nicht: trenne dich. Du schleppst ja auch kein Kilo Lehm endlos an den Schuhen mit rum. Du machst sie sauber.

 

5. Genieß es.

Genieß Anerkennung. Genieß Aufmerksamkeit.

Aber gewöhn dich nicht dran. Denn morgen schon bist du vergessen. Ist so. Ist auch nicht schlimm, denn du machst weiter, oder?

Es aber nicht zu genießen, das ist wie ... einen Kaffee zu bekommen und dazu Käsesahnetorte und beides nicht zu essen (oder zu trinken, jaja). Denn: hast du deine Leser berührt, und sie wollen dir das sagen. Es wäre unhöflich, das nicht anzunehmen.

Dennoch ist das Leben nicht jeden Tag Käsesahnetorte. Die musst du dir täglich neu verdienen. Bleib auf dem Teppich.

Großer Fehler: Fordere nie Aufmerksamkeit! Beschimpfe deine Leser nicht, sei nicht einmal enttäuscht von ihnen, wenn sie dein neuestes Werk nicht lesen oder nicht so gut finden. Du bist kein echter Teil ihres Lebens. Du bist nur der Schatten hinter einem Buch, welches in ihrem Regal steht. Du hast keine Sofarechte und weißt nicht, was in ihrem Leben sonst geschieht. Sei dankbar, wenn sie zurückkommen und ansonsten ... siehe Punkt 1.

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