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Spieleblog Teil 5

Dass meine Tochter Eva die Wichtel malen wird, war von Anfang an klar. Sie hat einen tollen Stil, das hat sie ja schon beim Wichtelweihnachtsbuch bewiesen. Damals habe ich noch fast alle Tiere gemalt, aber diesmal sollte alles aus einem Guss sein. Eva ist im Moment 17. Ist es vermessen, die künstlerische Leitung einer Jugendlichen zu überlassen?

Nein. Auch wenn ich das mal wieder lernen musste.

Für manche ist es selbstverständlich, für andere eine Binsenweisheit, aber vieles im Leben geschieht erst, wenn man loslässt. Seien das Bedenken oder Kinder. Eva hatte schnell ein paar Wichtel gemalt und ich war erst so: Was????

Da waren alte und junge, dicke und dünne und einige, wo man nicht recht wusste, ob sie Männlein oder Weiblein sind. 

Sartori ist ein gutes Beispiel.

Ich hab eine Weile gebraucht, ein bisschen gegrübelt und dann gedacht: Ok, ich wag es. Ich hol die Wichtel in die Gegenwart. Denn nichts anderes ist es: Raus aus dem Mittelalter, oder dieser generell seltsamen Blase, in der die Wichtel leben. Schließlich wollen wir doch eigentlich, dass es auch heute noch welche gibt, oder? Irgendwo, in den Nischen, den kleinen Taschen dieser manchmal allzugrauen Welt. Da soll es Türen und Hecken geben, wenn man durch die hindurchgeht, dann soll da Wichtelland sein!

Und weil sie ja nun komplett alles malt, sollten die Tiere ebenfalls nicht die üblichen Hunde und Katzen sein. Auch, aber auch ...

Graureiher? Ja, auch!

Und das macht Sinn! Denn die Wichtel arbeiten mit den Tieren zusammen. Mit eigentlich allen Tieren. Manche sind nicht sehr kooperativ, aber andere schon.

Die Tiere bringen den Spielern ihre Fähigkeiten mit. So ist es nicht nur wichtig, welchen Wichtel man sich wählt, sondern auch, welches Tier einen begleiten soll.

Durch die Paarungen gibt es immer wieder neue Dynamiken, die das Spiel abwechslungsreich machen. 

 

Ja, so kam es also, dass "Wenn Wichtel wichteln" keine verstaubten Zipfelhutträger zeigt, sondern moderne und selbstbewusste Wichtel, die bunt und divers sind.

Das ist für ein Kinderspiel eine gewagte Wahl, aber dann wieder denke ich: Ich will ja kein HABA Spiel für alle machen, sondern eines für Menschen, denen Diversität genauso wichtig ist, wie uns. Denn es ist einfach die Lebensrealität! Und ich mag es sehr, dass wir es nicht mit einer Keule machen, sondern ganz charmant. 

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