Do your shit.

Ich geh auf die Leipziger Buchmesse. Leute, die mich aufmerksam verfolgen (ich glaub ja nicht, dass es die gibt - das macht mich frei, ein Narr zu sein), denken jetzt: Was? Hat sie nicht letztlich noch über Buchmessen gelästert?


Ja, und? Was kümmert mich der Scheiß, den ich gestern gesagt habe? Was für mich zählt ist das heute. Und das gestern nur insofern, als dass ich daraus lernen will, es besser zu machen in diesem mythischen Land namens Zukunft.


Also, ich geh auf die LBM, und zwar mit einer Gruppe entzückender Autorinnen. Wir sind ein bunter Haufen und versuchen noch, uns zu organisieren, damit wir den bestmöglichen Auftritt machen.


Im Zuge dessen habe ich öfter mit meinem Verlag gesprochen und gehört, wie es anderen mit ihrem Verlag geht. Ich musste mal wieder feststellen, dass ich echt Glück gehabt habe. Ich bin sehr zufrieden, wie mein Verleger mit mir umgeht. Und damit stehe ich nicht allein, auch seine anderen Autoren sind das. Warum ist das so?


Weil er etwas macht, was jeder tun sollte: Er kümmert sich, und zwar um seinen Scheiß. Do your shit. Was ist daran Besonderes? Nun, viele Menschen kümmern sich um viele Dinge, und viel zu oft um Dinge um die sie sich

a) nicht kümmern müssten, weil es sie nichts angeht

b) nicht kümmern müssten, weil sie nichts tun könnten.

Das kostet Zeit und Energie und dann fehlt beides, um das zu tun, was man eigentlich tun sollte.


"Do your shit" heißt aber auch: kümmer dich um das, was deine Aufgabe ist. Bist du also Autor, schreib Bücher und helfe anderen Autoren. Bist du Verleger, dann helfe deinen Autoren, mach schöne Bücher und verkauf die. Jeder hat einen Teil an der Abmachung und den hat er einzuhalten.


Es gibt zu viele Verlage die Autoren wir Käfighühner behandeln. Schreib ein Buch nach dem anderen, möglichst gleich (die Zielgruppe will das so, der Markt will das so), und wenn der Markt (völlig unvorhersehbarerweise) plötzlich braune statt weißer Eier will, dann bist du immer noch für die Suppe gut.


Die Welt funktioniert besser, wenn jeder seinen Scheiß macht, und weniger in der der anderen herumschnüffelt.

Ich geh jetzt mal meinen Scheiß machen. Ach, und mein Verlag ist Edition Roter Drache.



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