Patreon - oder: was kostet das alles?

Schon lange keinen Blog Artikel mehr geschrieben. Gründe? Vielfältig, vielleicht Corona? Nein, aber die Zeit hat einiges in den Fokus gerückt, was ich gerne vergesse.

Vor Corona bin ich oft fast jedes Wochenende unterwegs gewesen. Bücher und Krams verkaufen, ihr wisst das. Das hat schlagartig aufgehört und nun bin ich zurückgeworfen auf die einzigen Einnahmequellen: Meinen Onlineshop und Patreon.

Und heute wurde mir mal wieder klar, warum das alles so wichtig und so ärgerlich ist. Vom Autor wird viel gefordert: Erstens soll natürlich das Manuskript originell sein, unterhaltsam, ohne Logiklöcher und Fehler. Danach soll das Cover ansprechend sein, der Klappentext Lust auf mehr machen und dann soll der Kunde es, wenn er es denn endlich will, auch kaufen können. Und bitte nicht beim bösen amazon! Sondern am allerbesten in der inhabergeführten Buchhandlung, die der Kunde seit Jahren besucht und so liebt.

Bis dahin muss ich als Autor:

1. Das Buch geschrieben haben. Je nach Buch ist das ne Leistung von Monaten bis Jahren. Um bis dahin bei Laune und Mut zu bleiben, Unterstützung in Rechtsfragen und anderen Bedürfnissen zu bekommen, ist man in einem Verband/Verein, kostet Monatsbeitrag.

2. Das Buch einwandfrei gemacht haben. Im besten Falle mit Lektorat und Korrektorat. Die ich nicht selbst machen SOLLTE, dann kostet es aber. Außerdem kostet das Textverarbeitungsprogramm etwas.

3. Cover kostet. Oder Grafikprogramm und Ressourcen kosten

4. Homepage kostet.

5. Onlineshop kostet. Rechtssicherheit für Onlineshop kostet.

6. Beim Buchhändler nachzufragen, ob der das Buch auslegt kostet Würde. 90% sagen NEIN. Darauf hoffen, dass es trotz kostenpflichtiger ISBN im Verzeichnis lieferbarer Bücher gefunden wird, kostet nichts, ist aber sinnlos.

7. Es bei amazon einzustellen ist gratis.

8. Werbung: kostet. Entweder tatsächlich Geld oder Würde.

9. Versand: Versandtaschen und Zeit werden nicht mitberechnet.

 

Bestimmt gibt es noch einiges, was ich nicht erwähnte.

Darum: wenn ich sage, dass es doch toll ist, mir auf Patreon pro Monat mindestens einen Dollar zu geben, und dafür regelmäßig etwas zu bekommen, dann ist das real für mich existenzsichernd. Das sind keine Almosen, oder irgendwie Geld, von welchem ich in der Hängematte liege und mir n Ast freu, weil ich euch ausnehme!

Zuletzt bekam jeder ein Groschenheft, welches in der Herstellung drei Euro kostet. Plus Karte, die pro Stück 2 Euro kostet. Plus Umschlag und Versand kostenlos. Das sind die reinen Produktionskosten! Da ist nicht mitberechnet, was ich an Geld für den Rest hätte ausgeben müssen, wenn ich es nicht fast alles selbst gemacht hätte!

Die Patreons haben das alles bekommen, ohne einen Cent dafür noch einmal zu bezahlen!

Zusätzlich zu dem Heft gab es einen "Zeitung" die die meisten Leute kostenlos bekommen haben. Und Gewinnspiele!

Und ich liebe es! DAS ist die Arbeit, die mir Spaß macht!

 

Ja, ich mach auch Bücher mit meinem Verlag. Davon wird keiner von uns reich. Aber glücklich.

 

Bitte: Überleg dir, was du forderst. Möchtest du ganz real einen Autor fördern, dann mach das über Patreon. Viele andere sind auch dort und freuen sich über jeden, der ihnen die Angst ein wenig kleiner macht, den Arsch ab.

Dann verdient nämlich der Autor/Künstler und nicht amazon. Oder sonst jemand.

 

Zu Patreon geht es hier entlang:

https://www.patreon.com/AnjaBagus

 

 

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